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Häftlingskarteikarte für Reinhold Arndt
Sterbeurkunde Dachau Reinhold Arndt
Sterbeurkunde Reinhold Arndt

Reinhold Arndt (1893-1941)

Biographie

In Bzuro, Kreis Litzmannstadt (heute Łódź, Polen), erblickt Reinhold Arndt am 16. März 1893 das Licht der Welt.

Wenige Tage vor dem Ende des Ersten Weltkrieges heiratet Reinhold in Murowana Goslin, unweit von Posen (heute Poznań, Polen), Olga Schmidt am 28. Oktober 1918.

Gleich darauf scheinen die beiden nach Spremberg zu ziehen, wo Reinhold ab 1919 als Fabrikarbeiter und Weber tätig ist, vermutlich in einer der Tuchfabriken. Zu dieser Zeit heiratet er Olga Helene Schmidt. Die beiden bekommen mindestens vier Kinder: Kurt Reinhold, Willy Artur, Heinz und Erika, die sie alle in der Stadtkirche zu Spremberg evangelisch taufen lassen. Die Familie zieht mehrfach in Spremberg um: 1932 leben sie im Siedlerweg 13 (heute eventuell andere Zählung), 1936 am Adolf-Damaschke-Platz 5.

 

Dort befindet sich auch Reinholds letzter Wohnsitz, der zu dieser Zeit aber unter dem Straßennamen Wiener Straße 9 läuft. Reinholds Söhne sind zwar in der Hitlerjugend und auch in der Deutschen Wehrmacht. Trotzdem wird Reinhold in sogenannte "Schutzhaft" genommen und zum "Arbeitszwang Reich" mit der Kategorie "Asozialer" verurteilt. Das bedeutet, dass Reinholds Arbeits- und Lebenssituation in Spremberg nicht den Vorstellungen und Vorgaben der Nationalsozialist*innen entspricht.

Reinhold wird in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Er erhältdie  Häftlingsnummer 15655. Von Sachsenhausen kommt Reinhold im August 1940 ins Konzentrationslager Dachau. Im selben Transport befindet sich auch Kurt Grille, der aus Spremberg deportiert wurde.

Ein halbes Jahr später stirbt Reinhold am 27. April 1941 im Alter von 48 Jahren. Als Todesursache wird "Versagen Herz und Kreislauf" angegeben.

Siehe auch
Quellen

Archiv der Gedenkstätte Konzentrationslager Dachau:

- NARA Zugangsbuch Nr. 109 / 015647.

- Betreuungsstelle Dachau 1-0099-Arndt.

- Individuelle Häftlingsunterlagen, Arndt, Reinhold.

- Sterbeurkunde Dachau, Arndt, Reinhold, 1941 1442D.

 

Archiv der Kreuzkirche Spremberg:

- Taufbuch Stadtkirche, 1919, Arndt, Kurt Reinhold.

- Taufbuch Stadtkirche, 1920, Arndt, Willy Artur.

- Taufbuch Stadtkirche, 1921, Arndt, Heinz.

Stadtarchiv Spremberg:

- Spremberger Adressbücher von 1932 und 1936.

Standesamt Spremberg:

- Sterbeeintrag Olga Arndt, 159/1961.

 

Arolsen Archiv:

- Registrierung von Ausländern und deutschen Verfolgten, 1939-1947 für Arndt, Reinhold, Signatur DE ITS 2.1.1.1 BY 025 POL ZM.

- Individuelle Häftlings Unterlagen - KL Dachau für Arndt, Reinhold, Signatur 01010602 oS.

- Schreibstubenkarten Dachau A-Z für Arndt, Reinhold, Signatur 01010607 oS.

- Registrierungen und Akten von Displaced Persons, Kindern und Vermissten, CM/1 Akten A -Z für Arndt, Heinz, Signatur 03020102 oS.

Internetseiten:

- https://stevemorse.org/dachau/dachau.php?=&offset=41350 (Stand 11.11.2020).